Start Politik „Wissen für Berlin“ – Neues Forschungsförderprogramm für die Bedarfe der Stadt

„Wissen für Berlin“ – Neues Forschungsförderprogramm für die Bedarfe der Stadt

Der Senat hat auf Vorlage des Regierenden Bürgermeisters von Berlin und Senators für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, die Einrichtung eines neuen Forschungsförderprogramms „Wissen für Berlin“ beschlossen. Mit dem Programm sollen Forschungsprojekte für konkrete Bedarfe der Stadt in den Themenfeldern Sozialer Zusammenhalt, Mobilität, Integration, Digitalisierung, Sicherheit, Ökologie und Wohnraum unterstützt werden. Damit erfolgt eine strategische Neuausrichtung des vom Land Berlin seit den 1990er Jahren finanzierten Programms zur Förderung interdisziplinärer Forschungsverbünde. Der Beschluss wird dem Abgeordnetenhaus zur Kenntnis vorgelegt. Mit dem Programm „Wissen für Berlin“ wird die künftige Förderung von Forschungsverbünden somit ab 2020 inhaltlich akzentuierter erfolgen und an forschungspolitischen Bedarfen des Landes Berlin ausgerichtet sein. Mit Hilfe der Förderungen sollen Berliner Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verschiedener Fachrichtungen noch besser in die Entwicklung von Konzepten und Lösungsansätzen für stadtbezogene Probleme einbezogen werden. Vor allem die Forschungsvorhaben von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern stehen dabei im Vordergrund.

Das Förderungsprogramm ist in zwei Förderlinien unterteilt. Die Förderlinie „Wissen schafft Stadt“ wird jährlich zu einem festen Termin und mit einem vom Land bestimmten Schwerpunktthema ausgeschrieben. Das jährliche Fördervolumen soll zwischen 100.000 Euro und 400.000 Euro liegen, wobei die Förderung auf ein bis zwei Jahre ausgelegt ist und um ein weiteres verlängert werden kann. Die Förderlinie „Wissenstransfer“ mit einem Fördervolumen von 100.000 Euro ist auf ein Jahr ausgelegt und soll innovative interdisziplinäre Maßnahmen, wie Foren oder digitale Formate, zum Wissenstransfer in die Gesellschaft unterstützen.

Besonders Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sollen im Rahmen des Förderprogramms die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Qualifizierung erhalten. Antragsberechtigt sind die staatlichen Berliner Hochschulen sowie in Berlin ansässige und gemeinschaftsfinanzierte bzw. vom Land geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Dabei sind immer mindestens zwei Partner beteiligt, davon einer aus einer förderfähigen außeruniversitären Forschungseinrichtung. Über die Anträge wird ein Gutachtergremium bestehend aus fünf Mitgliedern, von denen mindestens zwei Nachwuchswissenschaftlerinnen oder Nachwuchswissenschaftler sein sollen, entscheiden. Bei der Bewertung berücksichtigen sie Kriterien wie die wissenschaftliche Relevanz, gesellschaftliche Bedeutung, methodisch-wissenschaftliche Qualität oder Kohärenz der Vorhaben. Das Förderprogramm ist zunächst auf sechs Jahre angelegt. Nach drei Jahren erfolgt eine externe Evaluierung, um die bis dahin erreichten Programmziele zu prüfen.

Mit dem seit den 1990er Jahren laufenden Programm zur Förderung interdisziplinärer Forschungsverbünde des Landes Berlin wurde die Vernetzung der Berliner Wissenschaft gestärkt. Inzwischen zeichnet sich Berlin durch eine besonders ausgeprägte Kooperationskultur sowohl zwischen den Disziplinen, als auch zwischen den einzelnen Institutionen aus. Beispielhaft dafür stehen die Erfolge der Berliner Universitäten in den Exzellenzwettbewerben oder interdisziplinäre Gemeinschaftsprojekte wie das Weizenbaum-Institut für die vernetzte Gesellschaft.