Start Politik Gründungsdynamik in der Berliner Digitalwirtschaft nimmt weiter zu

Gründungsdynamik in der Berliner Digitalwirtschaft nimmt weiter zu

  • Alle 17 Stunden eine Gründung in der Berliner Digitalwirtschaft
  • Branche stellt 88.000 Arbeitsplätze in Berlin
  • Jeder 8. Arbeitsplatz im deutschen Internethandel entfällt auf Berlin

521 Digitalunternehmen wurden 2017 in Berlin gegründet und damit 80 Unternehmen mehr als im Jahr davor. Das entspricht einem deutlichen Anstieg der Neugründungen um 18% gegenüber dem Vorjahr. In Berlin wurden damit 2017 so viele Digitalunternehmen gegründet wie in Hamburg (224), München (153) und Frankfurt/Main (137) zusammen. Inzwischen erfolgt sogar jede 10. deutsche Digital-Gründung in Berlin. Bei der Gründungsintensität (Gründungen je 10.000 Beschäftigte) liegt Berlin mit 59 Gründungen auf dem zweiten Platz hinter Köln (81), aber vor Frankfurt (47), Hamburg (41) und München (23).

Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin: „Berlin ist und bleibt die digitale Hauptstadt. Seit Jahren sehen wir diese große Gründungsdynamik im Bereich unserer Digitalwirtschaft. Auch die neuen Zahlen der IBB belegen, dass die Dynamik sogar weiter zunimmt. In Berlin haben wir einen produktiven Nährboden an Unternehmen, Inkubatoren, Wissenschaftseinrichtungen und Kapitalgebern, der die Gründung neuer Unternehmen erleichtert. Positive Erfolgsbeispiele ziehen neue Entrepreneure und Geldgeber an und ermuntern zu weiteren Gründungsaktivitäten.“

Die Berliner Digital-Start-ups schaffen zudem gut bezahlte Arbeitsplätze. Seit dem Jahr 2008 sind in der Berliner Digitalwirtschaft 47.397 Arbeitsplätze entstanden. Das entspricht einem überdurchschnittlich hohen jährlichen Zuwachs von 9% und damit einer deutlich höheren Dynamik als in Köln (5,3%) und Hamburg (+3,6%). Seit 2008 wurde jeder 7. neue Job in Berlin in einem Unternehmen der Digitalwirtschaft geschaffen.

„In der Digitalwirtschaft herrscht heute Gründerstimmung“, fasst Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsvorsitzender der IBB, zusammen. Er fügt hinzu, dass in Berlin nicht nur mehr Digitalgründungen erfolgen als andernorts in Deutschland, sondern dass auch die Erfolgsquote dieser Gründungen in Berlin höher ist: „Die 521 Neugründungen in diesem Bereich übersteigen die 301 gescheiterten Digitalgründungen um 73%. In Deutschland sind dies insgesamt nur 65%. Die Qualität der Berliner Gründungen stimmt also und auch die Investitionen in die Berliner Gründungsinfrastruktur mit zahlreichen Beratungs- und Informationsangeboten scheinen sich hier auszuzahlen.“

In Berlin gibt es heute 9.696 Unternehmen in der Digitalwirtschaft, die 88.206 Arbeitsplätze bereitstellen. Von überragender Bedeutung ist dabei der Kernbereich der Digitalwirtschaft, der Bereich Softwareerstellung/Datendienste. Hier wurden seit 2008 rund 38.000 der 62.676 Arbeitsplätze neu geschaffen; das jahresdurchschnittliche Beschäftigungswachstum lag bei 10,8% (Deutschland: 5,2%). Der Berliner Beschäftigungsanteil bei den deutschen Softwareentwicklern liegt bei 8,3%, während der Beschäftigungsanteil an der deutschen Gesamtbeschäftigung lediglich bei 4,2% liegt. An Bedeutung eingebüßt hat in Berlin dagegen der Teilbereich Hardware & Infrastruktur (9.010 Beschäftigte), wo seit 2008 rund 6.000 Arbeitsplätze verloren gingen (-40%), die durch Zuwächse im Onlinehandel und im Softwarebereich allerdings weit überkompensiert werden konnten. Allein im Onlinehandel sind seit 2008 15.700 der derzeit rund 16.500 Arbeitsplätze entstanden. Bezogen auf Deutschland ist jeder 8. Arbeitsplatz im Internethandel in Berlin angesiedelt (12,4%).

Im Zeitraum 2008 bis 2016 ist der Umsatz in der Digitalwirtschaft im Durchschnitt jährlich um 12,3% auf 10,4 Mrd. Euro gestiegen. Mit 5,3 Mrd. Euro entfällt dabei mehr als die Hälfte (51,0%) der Umsätze in der Berliner Digitalunternehmen auf den Bereich Softwareerstellung/Datendienste und damit auf den Kernbereich der Digitalwirtschaft. Der „Internethandel“ kommt mit 3,8 Mrd. Euro auf gut ein Drittel (36,5%) der Umsätze, während der Bereich „Hardware & Infrastruktur“ mit Umsätzen in Höhe von 1,3 Mrd. Euro auf einen Umsatzanteil von 12,5% kommt.

Die Wertschöpfung liegt bei 4,5 Mrd. Euro. Die Digitalwirtschaft hat sich somit in den letzten Jahren mit hoher Dynamik zu einem nennenswerten Wirtschaftsfaktor entwickelt. Der übergreifende IKT-Bereich, der auch das Verlagswesen und die Filmproduktion umfasst, kommt heute sogar auf einen Anteil an der Berliner Wertschöpfung von 8,7% und übertrifft damit die Industrie (8,5%) und die Bauwirtschaft (4,4%) sogar um das doppelte.
Unter dem Strich hält die Beschäftigungs- und Gründungsdynamik in der Berliner Digitalwirtschaft weiter an, hat sogar noch zugenommen. Die Neugründungen erweisen sich als überdurchschnittlich wettbewerbsfähig und bauen kräftig Beschäftigung auf. Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zum wichtigsten deutschen Standort der Digitalwirtschaft entwickelt, der auch international große Beachtung erfährt.

IBB-Digitalstudie – Zahlen, Daten und Fakten zur Digitalwirtschaft