Start Panorama Silvester: Ausnahmezustand für die Berliner Feuerwehr

Silvester: Ausnahmezustand für die Berliner Feuerwehr

Der Jahreswechsel vom 31.12.2018 zum 01.01.2019 stellte die Berliner Feuerwehr wie auch in den Vorjahren vor eine große Herausforderung. In der arbeitsreichsten Nacht des Jahres galt es, das erhöhte Einsatzaufkommen, insbesondere im Rettungsdienst und in der Brandbekämpfung, zu bewältigen.

Um 18:50 Uhr wurde der planmäßige „Ausnahmezustand Silvester“ ausgerufen. Die Einsätze wurden daraufhin nach Priorität und nicht nach Notrufeingang disponiert und das Einsatzmittelaufgebot angepasst.

In der Silvesternacht befanden sich insgesamt 1.405 Einsatzkräfte mit 425 Fahrzeugen im Dienst. Davon waren 792 Angehörige von der Berufsfeuerwehr, 467 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, 88 Kräfte der Hilfsorganisationen und der Bundeswehr (Rettungsdienst) und 58 Kräfte der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW). Zum Vergleich: Im „Alltag“ befinden sich rund 481 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr ständig im Dienst.

Zur Absicherung der Veranstaltung „Welcome 2019“ an der Festmeile am Brandenburger Tor wurden 2 temporäre Feuerwachen und 5 Sanitätsstellen des Deutschen Roten Kreuzes eingerichtet. In diesem Bereich kam es zu 277 Hilfeleistungen des Sanitätsdienstes. 33 Personen mussten von dort in umliegende Kliniken transportiert werden. Davon wurden 6 Personen durch Feuerwerkskörper verletzt. Im weiteren Stadtgebiet behandelten wir 29 Personen mit Verletzungen, die durch Pyrotechnik verursacht wurden.

Der „Ausnahmezustand Silvester“ konnte um 04:00 Uhr beendet werden.

Im Vergleich zum Vorjahr gab es 195 Einsätze, davon 145 Einsätze im Rettungsdienst, weniger als im Vorjahr. Das entspricht 12,3 % weniger Einsätze als in der Silvesternacht 2017/2018.

Einsatzzahlen 19:00 bis 06:00 Uhr

Gesamteinsätze: 1385       Brände: 432       Rettungsdienst: 894       sonstige: 59

zum Vergleich 2017/2018:
Gesamteinsätze: 1580       Brände: 444       Rettungsdienst: 1039     sonstige: 9

An regulären Tagen bewältigt die Berliner Feuerwehr rund 1.400 Einsätze in 24 Stunden.

Übergriffe und Pyrotechnik

Leider kam es auch in dieser Silvesternacht teilweise zu gefährlichen Angriffen auf Einsatzkräfte und Einsatzfahrzeuge durch pyrotechnische Erzeugnisse. Insgesamt gab es 49 Übergriffe auf Einsatzkräfte, davon 33 mittels Pyrotechnik.

Ein Angehöriger der Freiwilligen Feuerwehr erlitt beim Beschuss durch Feuerwerksköper an einer Einsatzstelle ein Knalltrauma und musste in eine Spezialklinik transportiert werden.

Ein Löschfahrzeug der Feuerwache Neukölln wurde gegen 00:41 Uhr auf der Anfahrt zu einer Einsatzstelle in der Urbanstraße mit einem Brandsatz beworfen.