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Aktuelle Situation der Kältehilfe in Mitte

Ephraim Gothe (Bild: Oliver Feist)

Der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Soziales und Gesundheit, Ephraim Gothe, informiert:

Das Bezirksamt Mitte hat auch in diesem Jahr wieder besondere Initiativen ergriffen, um das Land Berlin tatkräftig darin zu unterstützen, zusätzliche Übernachtungsplätze für obdachlose Menschen zu schaffen.
Die gesunkenen Temperaturen haben die Nachfrage nach Schlafplätzen schnell ansteigen lassen. Die Notübernachtung der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße gewährt täglich wieder bis zu 125 Gästen pro Nacht Zuflucht. Neben der „großen Kältehilfe“ gibt es aktuell ebenfalls täglich größere und kleinere Einrichtungen wie Evas Haltestelle mit 20 Plätzen, die Caritas mit 25 Plätzen, die AWO Berlin mit 50 Frauenlätzen und die Neue Chance mit 40 Plätzen. Zusätzlich konnte das Unionshilfswerk mit weiteren 120 Plätzen an den Start gehen. Somit stehen täglich insgesamt 380 Plätze in Mitte zur Verfügung. Aufgrund des Bedarfes stehen in einigen Notübernachtungen auch spezielle Schlafplätze für Straßenbewohner mit ihren Hunden zur Verfügung.
Alle Informationen der Berliner Kältehilfe finden Sie hier:
http://www.kaeltehilfe-berlin.de/

Ein Notübernachtungsplatz ist angesichts der aktuellen Außentemperaturen lebensnotwendig. Der Senat hat in Anbetracht der in der letzten Saison gesammelten Erfahrungen für die Kältehilfesaison 2018/2019 wieder die erhöhte Anzahl der finanzierten Plätze für das Land Berlin festgelegt. Eine Problematik bei der Bereitstellung der Plätze besteht für die Bezirke in der Tatsache, dass die vor Jahren festgelegten preislichen Kalkulationen mit der tatsächlichen Kostenentwicklung nicht mehr schritthalten können. Hier werden die Bezirke mit dem Senat in Verhandlungen gehen müssen, die Erstattungsbeträge pro Schlafplatz den aktuellen Gegebenheiten und Bedarfen anzupassen.

Bezirksstadtrat E. Gothe: „Ich bin froh, dass wir in diesem Winter 380 Plätze in der Kältehilfe in Mitte anbieten können. Übernachten im Freien ist bei diesen Minustemperaturen nicht verantwortbar. Ich danke allen unseren Partnern in der Kältehilfe sowie den Senatsverwaltungen für Integration, Soziales und Gesundheit sowie Finanzen.“

Kältehilfe ist eine Aufgabe für die ganze Stadt. Trotzdem hat der Bezirk Mitte als Innenstadtbezirk weiter eine hohe Attraktivität auch bei den wohnungslosen Menschen. Der Bezirk trägt den veränderten Anforderungen dadurch Rechnung, dass zukünftig wieder mehr personelle Ressourcen in die aufsuchende Sozialarbeit investiert werden. Hier steht die Präventionsarbeit zur Verhinderung von Wohnungslosigkeit bis hin zu Streetwork im Fokus. Ab dem 01.03.2019 ist die erste Stelle in der Straßensozialarbeit besetzt, im April 2019 wird eine zweite Stelle hinzukommen. Die Planungen des Bezirkes sehen hier einen neuen Schwerpunkt der sozialen Arbeit. In den Haushaltsberatungen mit der BVV werde ich für vier weitere Stellen werben.

Der „Handlungsplan der Wohnungslosenhilfe und -politik in Berlin“ ist inzwischen durch die zuständige Senatsverwaltung im Rahmen der Strategiekonferenz fortgeschrieben worden und steht kurz vor der praktischen Umsetzung.
Neben der Kältehilfe stehen weitere Angebote zur Verfügung. Hier sind stellvertretend in Mitte die Angebote der Erlöserkirche, der Heilandskirche, der St. Paulus Gemeinde, der St. Laurentius Gemeinde und der St. Marienkirche zu nennen, die an verschiedenen Tagen der Woche Essensausgaben durchführen.
Jede/r Einzelne kann der großen Not von obdachlosen Menschen etwas entgegensetzen: Sach- und Geldspenden an die gemeinnützigen Organisationen und die Kirchengemeinden helfen, dass dort weiterhin über die vom Bezirk finanzierten Angebote hinaus weitere Projekte durchgeführt werden können.

Niemand muss in Mitte obdachlos sein. Für jeden wohnungslosen Menschen wird die bezirkliche Fachstelle für Obdachlosenhilfe eine Unterbringung finden und einen Schlafplatz vermitteln.