Start Kultur Aufarbeitung der Kolonialgeschichte – Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste startet neuen Förderzweig

Aufarbeitung der Kolonialgeschichte – Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste startet neuen Förderzweig

Monika Grütters (Foto: Christof Rieken/wikipedia.org)

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste fördert ab 2019 Projekte zur Provenienz- und Grundlagenforschung von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten. Anträge können seit Beginn des Jahres gestellt werden. Dafür stehen dem Zentrum in diesem Jahr 1,9 Mio. Euro zur Verfügung. Zur Bewertung der an die Stiftung gerichteten Förderanträge zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten nimmt nun ein entsprechender Förderbeirat seine Arbeit auf, dessen Mitglieder die Stiftungsratsvorsitzende Monika Grütters mit einem Schreiben berufen hat.

Dem Beirat gehören an: Prof. Dr. Monica Juneja (Universität Heidelberg), Prof. Dr. Wiebke Ahrndt (Übersee-Museum Bremen), Prof. Dr. Ulrike Lindner (Universität zu Köln), Dr. Barbara Plankensteiner (Museum 
am Rothenbaum), Prof. Dr. Dr. Antoinette Dominicé (Ludwig-Maximilian-Universität München), Prof. Dr. Albert Gouaffo (Université de Dschang , Kamerun), Prof. Dr. Bénédicte Savoy (Technische Universität Berlin), Dr. 
Stephanie Tasch (Kulturstiftung der Länder).

Grütters erklärte dazu „Über viele Jahrzehnte war die Kolonialgeschichte in Deutschland ein blinder Fleck in der Erinnerungskultur. Die Provenienzforschung zu Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten ist ein 
entscheidender Beitrag dazu, genauer hinzuschauen. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste besitzt große Erfahrung darin, der Geschichte der Werke auf den Grund zu gehen. Der neu berufene Förderbeirat besteht aus renommierten Expertinnen und Experten und bezieht eine internationale Perspektive ein. Damit bekommen öffentliche Museen und Sammlungen, Bibliotheken, Archive sowie Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Unterstützung bei der komplexen Aufgabe, die Herkunft ihrer Werke aus kolonialen Kontexten zu klären.“

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg nimmt sich damit nun auch der wichtigen Aufgabe der 
Aufarbeitung der Provenienzen von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten an. Die Kernaufgabe des Zentrums, die 
Projektförderung im Bereich NS-Raubgut, bleibt davon unberührt.