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Wassersensible Stadtentwicklung

Berliner Bezirke und Brandenburger Umlandkommunen fordern Paradigmenwechsel

Klimaschutz und Klimaanpassung sind seit vielen Jahren wichtige und präsente Themen in Berlin und im Berliner Umland, wenn es um eine sichere und lebenswerte Gestaltung unserer Region geht.

Das Thema Wasser spielt dabei mit all seinen Facetten – Grundwasser, Regenwasser, Trinkwasser, Abwasser usw. – eine Schlüsselrolle. Und vor allem kennt Wasser keine Grenzen. Starkregenereignisse auf der einen Seite sowie Dürreperioden und absinkende Grundwasserspiegel auf der anderen Seite, verstärkt durch die steigende Verdichtung und Versiegelung in den urbanen Bereichen und dem weiteren Verlust von wertvollen Biotop- und Grünflächen, betreffen die gesamte Region und stellen die Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen.

Das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg hat im Rahmen seiner heutigen Jahreskonferenz ein Umdenken gefordert und einen Handlungsaufruf vorgestellt, der sich an alle relevanten Akteure und Partner im Bereich der Wasserwirtschaft in Berlin und Brandenburg richtet. Es ist die Aufgabe aller Akteure aus Kommunal- und Landespolitik, Verwaltung, Wasserwirtschaft und Wissenschaft, die Ressource Wasser als zentrales und schützenswertes Gut anzuerkennen und eine wassersensible und klimagerechte Stadt-, Landschafts- und Infrastrukturentwicklung zu befördern. Es braucht länder- und kommunenübergreifende Konzepte und konsensfähige Lösungen, wenn es um weiteres Wachstum und um zusätzliche Siedlungs- und Flächenentwicklungen geht. Das Kommunale Nachbarschaftsforum will dabei Impulsgeber sein und die unterschiedlichen Akteure und vorhandenen Ansätze zusammenbringen. Wichtig ist es, im engen Austausch mit den Akteuren in der Region zu stehen und sich gemeinsam den Fragestellungen zu widmen, wie Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen im Themenfeld Wasser zielgerichtet umgesetzt werden können, welche neuen Anforderungen sich für die kommunale Planungspraxis ableiten und welche erfolgreichen Instrumente, Verfahren und Pilotprojekte bereits angewendet werden.

Staatssekretär Stefan Tidow (Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Berlin) und Rainer Genilke (Staatssekretär für Infrastruktur und Landesplanung, Brandenburg) sowie Senatsbaudirektorin Regula Lüscher (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Berlin) nahmen zusammen an der Jahreskonferenz teil und betonten die Dringlichkeit, sich des Themas anzunehmen. Alle Beteiligten sprachen sich dafür aus, eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten.

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher betont, „Wasser kennt buchstäblich keine Grenzen. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist die interkommunale Zusammenarbeit und der vertrauensvolle Informationsaustausch die richtige Antwort, um mit Wechselwirkungen in komplexen Ökosystemen besser umgehen zu können. Es ist daher eine gute Idee, sich in der diesjährigen Jahrestagung des Kommunalen Nachbarschaftsforums mit dem Thema Wasser zu befassen und ganz konkret gemeinsame Maßnahmen zu verabreden, die den Umgang mit der Ressource Wasser zukunftsfähig gestalten.“

„Zentrales Anliegen des Kommunalen Nachbarschaftsforums Berlin-Brandenburgs (KNF) sind länder- und gemeindeübergreifende Strategien und Maßnahmen“, hebt der Sprecher des KNF Bodo Oehme hervor. So hat uns beispielsweise die Trockenheit der letzten beiden Jahre in unserer Region aufgezeigt, dass Trinkwasser ebenso wie andere Rohstoffe lebenswichtig und nur in einer begrenzten Menge vorhanden ist. Wir können uns nicht länger erlauben, sorglos damit umzugehen.

Brandenburgs Staatssekretär für Infrastruktur und Landesplanung Rainer Genilke: „Das Wachstum von Berlin und dem Berliner Umland ist eine Chance für beide Länder! Dieses Wachstum muss gestaltet werden. Dabei ist es wichtig, die Entwicklung der Siedlungsstruktur und der Infrastruktur mit den Belangen des Klimaschutzes und damit auch des Schutzes unserer Gewässer in Einklang zu bringen. Ich begrüße, dass sich die Brandenburger Umlandkommunen und die Berliner Bezirke aktiv an diesem Prozess beteiligen.“

Das Kommunale Nachbarschaftsforum Berlin-Brandenburg (KNF) ist ein informeller, freiwilliger Zusammenschluss der Berliner Bezirke und Brandenburgischen Kommunen im Kernraum der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg und weiteren Partnern der Gemeinsamen Landesplanung, Verkehrsverbund Berlin Brandenburg, den Industrie- und Handelskammern sowie den zuständigen Ressorts beider Länder. Ziel ist der regelmäßige Informationsaustausch sowie die Abstimmung gemeinsamer Positionen zu aktuellen Themen in der Stadt-Umland-Entwicklung.

Die KNF Jahreskonferenz findet seit 2011 einmal pro Jahr als ein gemeinsames Treffen des KNF mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten, weiteren Gästen und jeweils über 100 Teilnehmenden statt.