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20 Jahre UNESCO-Welterbe Museumsinsel Berlin

Die Museumsinsel Berlin, 2009 © bpk / DOM publishers

Seit 20 Jahren zählt die Museumsinsel Berlin zum UNESCO-Welterbe. Am 4. Dezember 1999 wurde die Urkunde zur Aufnahme der Museumsinsel in die Welterbeliste unterzeichnet und am 10. März 2000 vom damaligen UNESCO-Generalsekretär Koïchiro Matsuura feierlich überreicht. Heute gehört das Ensemble – bestehend aus dem Alten Museum, Neuen Museum, der Alten Nationalgalerie, dem Bode-Museum, Pergamonmuseum und der James-Simon-Galerie – mit jährlich rund 2,5 Mio. Besucher*innen zu den größten Publikumsmagneten Deutschlands.

Im Juni 1999 hatte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen bereits im UNESCO-Antragsverfahren als Option eingebrachten Masterplan zur Wiederherstellung und zeitgemäßen Entwicklung der Museumsinsel beschlossen. Seitdem sind drei der fünf historischen Häuser grundinstandgesetzt und wiedereröffnet worden: 2001 die Alte Nationalgalerie, 2006 das Bode-Museum und 2009 das Neue Museum. Aktuell wird das Pergamonmuseum saniert: während der Nordflügel und der Mittelbau Mitte mit dem Pergamonaltar sanierungsbedingt geschlossen sind, können der Südflügel und der Mittelbau Süd mit dem Ischtar-Tor, der Prozessionsstraße und dem Markttor von Milet auch weiterhin besucht werden. Zuletzt wurde im Juli 2019 mit der James-Simon-Galerie das zentrale Empfangsgebäude der Museumsinsel Berlin eröffnet. 

„Dass das 20-jährige Jubiläum der Museumsinsel Berlin als UNESCO-Welterbestätte in diesem Jahr mit der Eröffnung der James-Simon-Galerie zusammenfällt, ist ein Glücksfall und unterstreicht das visionäre wie zukunftsfähige Konzept des Masterplans Museumsinsel“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin. „Die Museumsinsel beherbergt als international einmaliges Ensemble im Herzen der deutschen Hauptstadt nunmehr sechs Häuser und acht Sammlungen, ergänzt durch das naheliegende Pergamon-Panorama, das Archäologische Zentrum sowie das Haus Bastian – Zentrum für kulturelle Bildung. Damit sind die Staatlichen Museen zu Berlin der Vollendung des Masterplans und des Erhalts der Museumsinsel Berlin auch für kommende Generationen einen entscheidenden Schritt näher gekommen.“

Die Museumsinsel Berlin wurde als 22. deutsche Welterbestätte in die UNESCO-Liste aufgenommen. Die Begründung nennt sie ein herausragendes Beispiel für das Konzept des Kunstmuseums, das auf die Zeit der Aufklärung und der Französischen Revolution zurückgeht, und „ein einzigartiges Ensemble von Museumsgebäuden, das die Entwicklung der modernen Museumsgestaltung über einen Zeitraum von mehr als einem Jahrhundert illustriert“. Ebenso wird die organische Verbindung zwischen den Gebäuden und den darin gezeigten Sammlungen hervorgehoben.

Als erstes Haus der Museumsinsel Berlin eröffnete 1830 das nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtete Königliche Museum, das heutige Alte Museum – eines der herausragenden Beispiele der Architektur des Klassizismus in Deutschland. Es folgten, erbaut von bedeutendsten Architekten und jeweils im Stil und in den Materialien ihrer Zeit, das Neue Museum (1859), die Alte Nationalgalerie (1871), das Bode-Museum, ehemals Kaiser Friedrich-Museum (1904), das Pergamonmuseum (1930) und die James-Simon-Galerie (2019).