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„Altenpflege“ mal anders

Mehrere Alt-Bäume erhalten Pflegeschnitt

Wenn im Naturschutz von einem „Methusalem“ die Rede ist, ist selten damit ein Mensch gemeint, sondern ein alter Baum. Meistens geht es dann um Naturdenkmale und in diesen konkreten Fällen um über 300jährige Stiel-Eichen, eine Blut-Buche und eine über 500 Jahre alte Winter-Linde an verschiedenen Standorten in Spandau.

Wenn Naturdenkmale ausgewiesen werden, geht es um den Schutz von sogenannten Einzelschöpfungen der Natur. Dies sind zumeist alte oder seltene, besonders wertvolle Bäume oder Baumgruppen. Der besondere Schutz besteht für sie darin, möglichst lange erhalten zu bleiben, Schaden von ihnen abzuwenden und trotzdem für die notwendige Verkehrssicherung zu sorgen. Dazu sind immer mal wieder Schnitt- und Pflegemaßnahmen notwendig, denn mit zunehmendem Alter können auch Teile des Baumes absterben. Die Maßnahmen helfen, diesen Prozess hinauszuzögern.

Aus diesem Grund wird der aufmerksame Passant in der nächsten Zeit an der über 300 Jahre alten Stiel-Eiche am Rohrdamm wieder einen Baumpfleger antreffen, der dem in Teilen absterbenden Baum mittels mehrerer Entlastungsschnitte eine altersgerechte Krone verpasst. Dafür werden Totäste entnommen und die Last der verbleibenden Krone so verteilt, dass der Baum einerseits noch lebensfähig bleibt, aber andererseits nicht auseinander zu brechen droht. Die Stiel-Eiche hatte zuvor unter einem Havarieschaden an der Fernwärmeleitung gelitten. Zu den weiteren Gegenmaßnahmen außer dem Kronenrückschnitt gehörten bei diesem Naturdenkmal auch noch gezielte Düngergaben und eine Bewässerung.

Ein weiteres Beispiel für die gezielte Arbeit zum Schutz von Naturdenkmalen befindet sich auf der Zitadelle. Die über 500 Jahre alte Linde hat bereits mehrere Schnittmaßnahmen erhalten, wurde mit Stützen abgefangen und ihre Krone mit Sicherungsseilen verspannt. Auch sie wird nach den Vorgaben des Umwelt- und Naturschutzamtes durch die Baumpflegegruppe des Straßen- und Grünflächenamtes des Bezirks gepflegt. Da bei diesem Baum leider absehbar ist, dass er sein natürliches Höchstalter bald erreichen wird, wurde bereits frühzeitig eine junge Linde an seinem Standort nachgepflanzt. Der lebensfähige Rest des Altbaumes sowie der Jungbaum können somit als Einheit weiter existieren.

Weitere Erhaltungsmaßnahmen sind außerdem noch an der über 300 Jahre alten Stiel-Eiche in der Mäckeritzstraße und der Blut-Buche am Kladow-Center geplant. Die Vorgaben zur Pflege von Naturdenkmalen geben auch hier den fachlichen Rahmen. Die Eiche wird mit einem gezielten Kronenschnitt entlastet. Bei der Buche hingegen wird zeitnah eine Umzäunung dafür sorgen, dass Passanten vor herabfallenden Ästen geschützt werden.