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Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für Dr. Thomas Abel

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel, informiert:

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Herrn Dr. Thomas Abel für dessen herausragendes Engagement verliehen. Die Übergabe der Ordensinsignien erfolgte am 15. April 2021 durch Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel im Balkonsaal (Bundespräsidentengalerie) im Rathaus Tiergarten.

Dr. Thomas Abel leitete bis 2010 die Beratungsstelle für Kindliche Entwicklungsförderung im Bezirk Mitte. Schon während seiner Amtszeit engagierte er sich gesellschaftspolitisch und war ehrenamtlich im Berufsverband der Kinderärzte tätig, wobei ihm die Vertretung der Belange der Kinderärztinnen und -ärzte im Öffentlichen Dienst sowie die notwendigen Strukturen zur Gesunderhaltung von Kindern und Familien ein besonderes Anliegen waren.

Die intensive Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte in Berlin Tiergarten führte Herrn Dr. Abel zu der Auseinandersetzung mit der Bedeutung des Gleises 69 des Güterbahnhofs Moabit. Es handelt sich dabei um das letzte verbliebene Gleis des größten Berliner Deportationsbahnhofs, von dem circa 30 000 Menschen zwischen Mitte 1942 bis Januar 1944 deportiert worden waren. Als Mitglied der Bürgerinitiative „Gleis 69” bemühte er sich viele Jahre ausgiebig um die Aufarbeitung der Geschichte dieses Ortes. An den langjährigen Vorarbeiten, die schließlich zur Auslobung mit anschließender Realisierung des Gedenkortes geführt hatten, war auch der Verein „Sie waren Nachbarn” maßgeblich beteiligt, dessen Gründungsmitglied und Vorstand Herr Dr. Abel 2011 wurde. Seit 2018 ist Dr. Abel Gründungsmitglied und Vorstand des Vereins Gleis 69. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, an das Schicksal jüdischer Mitmenschen und anderer Verfolgter im Dritten Reich zu
erinnern und setzt sich für die Pflege und Unterhaltung des Gedenkortes ein.

Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel: „Mit seinem herausragenden Engagement auf unterschiedlichen Ebenen des Zusammenlebens in unserem Bezirk ist Herr Dr. Abel ein besonderes Beispiel dafür, was Einzelne für die Gemeinschaft leisten können. Ohne sein hartnäckiges und aufklärerisches Engagement, an das frühere vielfältige jüdische Leben in unserem Bezirk und die bestialischen Verbrechen gegen die jüdischen Mitbürger*innen und andere Opfer des Rassenwahns zu erinnern, bliebe ein wichtiger Teil der Bezirksgeschichte unerzählt. Damit Lehren aus der Geschichte gezogen werden können, ist die Aufarbeitung und Sichtbarmachung staatlicher Verbrechen unabdingbar und dazu hat Herr Dr. Abel wesentlich beigetragen.“

Quelle: Bezirksamt Mitte